Das Osmanische Reich

Das Osmanische Reich, Dynastie der Osmanen, war Großmacht für einen Zeitraum von etwa 600 Jahren. Die Jahreszahlen 1299 und 1923 stehen für Anfang und Ende des Osmanischen Reiches. Die Hauptstadt des Osmanischen Reiches und Residenz der Sultane wird im Jahre 1453 Konstantinopel. Konstantinopel ist zu dieser Zeit Weltstadt und in jeder Hinsicht bedeutend: politisch, wirtschaftlich und kulturell.

Die Sultane verstehen sich als die Nachfolger des Propheten Mohammed. Die rasante Verbreitung des Islam ist eng mit der Entwicklung des Osmanischen Reiches verbunden. Es ist der größte islamische Staat, der je existieren soll.

Von Kleinasien über den Nahen Osten, von Nordafrika bis zur Krim – es hat in seiner Blütezeit eine Ausdehnung, von der man heute als einer Supermacht sprechen würde. Auf den Bannern des Reiches kündet der Halbmond auf drei Kontinenten von Stärke und Größe.

Sie wehen über dem Südosten Europas, über Ägypten, man sieht sie über Mekka und an der Donau. Von Anatolien ausgehend hat sich eine Weltmacht etabliert.

Zur Hochzeit des Osmanischen Reichs weht die Flagge mit dem Halbmond über Länder auf drei Kontinenten

Zur Hochzeit des Osmanischen Reichs weht die Flagge mit dem Halbmond über Länder auf drei Kontinenten

Die Seldschuken errichten ein Sultanat. Nachdem die Großseldschuken 1071 das Byzantinische Reich in der Schlacht von Manzikert besiegt haben, wird Anatolien durch Türken besiedelt. Die sogenannten Türkenkriege zwischen dem Osmanischen Reich und den christlich regierten Staaten Europas, die nach der Eroberung des alten Byzanz im Jahre 1453 geführt werden, halten Europa lange in Atem und prägen sich tief in das kollektive Gedächtnis. Lange Zeit ist das Osmanische Reich durch seine Armee den anderen Staaten militärisch überlegen. Janitscharen und Sturmreiter sind gefürchtete Elitetruppen.

Eine erste Blütezeit gibt es unter der Herrschaft von Süleyman dem Prächtigen (1520 bis 1566). Mitte des 17. Jahrhunderts ist die Herrschaft der Sultane auf dem Höhepunkt.

Der Niedergang beginnt 1683 mit der erfolglosen Belagerung Wiens durch General Kara Mustafa. Die Sultane lebten mehr und mehr auf Pump. In Europa spricht man vom kranken Mann am Bosporus.

Nach seinem Eintritt in den 1. Weltkrieg und der darauf folgenden Niederlage wird 1918 das Osmanische Reich zerschlagen. Es entstehen die Staaten des Nahen Ostens: der Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain auch Saudi-Arabien, Jordanien, Palästina, der Irak, Syrien und der Libanon.

Der türkische General Mustafa Kemal genannt Atatürk verhindert die weitere Aufteilung des Gebietes. Er kämpft für die Gründung der Türkei. Sie erfolgt 1923.

Süleyman I.

Süleyman I. wurde in Trabzon, einer türkischen Hafenstadt am Schwarzen Meer, geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist umstritten, genannt werden der 6. November 1494, der 27. April 1495 und Mai 1496.
Seine Eltern waren der neunte Sultan, Selim I., und seine Frau Hafsa. Süleyman I. erhielt seine ersten Titel schon früh: 1509 wurde er zum Statthalter von Kaffa ernannt und vier Jahre später wurde er Statthalter von Manisa. Als sein Vater am 21. September 1520 starb, wurde Süleyman I. zu seinem Nachfolger ernannt. Da jeder osmanische Herrscher der damaligen Zeit traditionell ein Handwerk erlernen musste, ließ sich Süleyman I. zum Goldschmied ausbilden. Auch darüber hinaus war er sehr gebildet und sprach insgesamt vier Sprachen. Er machte sich nicht nur als Regent, sondern auch als Bauherr einen Namen. Die bedeutende Moschee Süleymaniye in Konstantinopel wurde von ihm und seinem Hofarchitekt Mimar Sinan errichtet. Außerdem rief er ein Kanalbauprojekt zur Verbesserung der Konstantinopler Wasserversorgung ins Leben.

Süleyman I. als Sultan

Süleyman I. hatte für die Geschichte des Osmanischen Reiches eine große Bedeutung. Unter seiner Herrschaft wuchs das Reich auf seine größte Ausdehnung an. Süleyman I. befand sich lange Zeit auf dem Höhepunkt der Macht. Seine Politik hatte Auswirkungen vom nahen Osten bis hin nach Europa. Er unternahm insgesamt dreizehn Feldzüge, darunter allein zehn bis nach Europa. Auch als Gesetzgeber spielte Süleyman I. eine große Rolle. Der nach ihm benannte Codex enthielt Gesetze zum Steuer-, Finanz- und Bodenrecht. Außerdem waren ihm die Durchführung und Weiterentwicklung der Gesetze der Scharia sehr wichtig.

Süleymans erster Feldzug führte ihn nach Ungarn. 1521 gelang es ihm schließlich, Belgrad zu erobern. Es folgte 1522 ein Angriff und eine Belagerung von Rhodos. Die Insel musste bald darauf kapitulieren und gelangte unter seine Herrschaft. Nach einem zweiten Angriff auf Ungarn im April 1526 wurde das Land zwischen den Osmanen und den Habsburgern aufgeteilt. Somit wurde das Herrschaftsgebiet Süleymans I. weiter vergrößert und der Grundstein für die österreichisch-ungarische Monarchie gelegt. Auch hier wird deutlich, welche Auswirkungen die Politik von Süleyman I. auch im Nachhinein hatte. 1532 bis 1555 kam es zum Osmanisch-Safawidischen Krieg, in dessen Folge Süleyman I. die persische Hauptstadt Täbris eroberte. In den nächsten Jahren kamen noch mehr Herrschaftsgebiete hinzu, darunter Tunis (1534) sowie weitere Teile Ungarns (1541). Im Alter von siebzig Jahren zog er erneut gegen Ungarn und begann dort mit der Belagerung der Burg Szigetvár im Süden des Landes. Dort starb er schließlich am 7. September 1566.


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